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Adventkalender 2020

Ein Adven­tkalen­der zum mitrat­en.

<strong></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript>Wolfgang Vogl zieht ein As aus dem Ärmel.</strong></br>Sich rasch etwas ausdenken, um sich aus einer schwierigen Situation zu befreien. Die Redewendung stammt vom Betrügen beim Kartenspiel. Bei einem schlechten Blatt bediente man sich der – im Ärmel versteckten – guten Karten.1
<strong></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript>Anna Walter wird Honig ums Maul geschmiert.</strong></br>Man möchte sich bei seinem Gegenüber einschleimen. Die Redewendung ist durch die Bärendressur bekannt geworden. Die Zirkustiere mussten Übungen ausführen, als Belohnung für gut ausgeführte Dressurakte schmierte der Dompteure den Tieren Honig auf die Lippen. 2
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<strong></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript>Alexandra Hechtl sagt etwas durch die Blume.</strong></br>Etwas nur andeutungsweise, indirekt oder kryptisch ausdrücken. Im Barock war es unschicklich, sich offen der Dame seines Herzens zu nähern. Zu diesem Zweck gab es Sofas mit zwei Sitzflächen (Rücken an Rücken). Wenn man sich nun ungestört unterhalten wollte, tat man dies tuschelnd hinter dem Fächer. So konnte keine Anstandsdame etwas aussetzen. Auf der Rückenlehne standen oft Blumengestecke, daher sprachen die Tuschelnden „durch die Blume“.4
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<strong></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript>Gabi Walter nimmt sich kein Blatt vor den Mund.</strong></br>Eine Meinung deutlich vertreten und direkt sagen, was man denkt – ohne es zu beschönigen. Ursprung der Redensart ist wohl ein alter Theaterbrauch, nach dem Schauspieler obszöne und anstößige Partien ihrer Rollen durch ein Blatt Papier hindurch sprechen mussten, so dass er für seine gespielten Worte nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte.6
<strong></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript></noscript>Samuel Vogl legt sich was auf die hohe Kante.</strong></br>Wer sein Geld nicht ausgibt, sondern lieber spart, legt es sprichwörtlich auf die hohe Kante. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als wohlhabende Menschen ihr Vermögen noch nicht auf die Bank brachten, sondern bei sich zuhause aufbewahrten:  und zwar  in nicht einsehbare Ablagen über den Betten oder Kästen.7
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